Kunden-Erfahrungsbericht Costa Weltreise

Es war wohl die ungewöhnlichste Kreuzfahrt, die einige unserer Kunden jemals erlebt haben: Am 05.01.2020 sollte die dritte Weltreise mit Costa Kreuzfahrten für Karen und Rolf M. starten. Voller Freude und gepackten Koffern machten sie sich auf den Weg nach Venedig. Dieses Mal sollte das Abenteuer „Weltreise“ an Bord der Costa Deliziosa stattfinden. Neue, spannende Häfen sollten erkundet und tolle Erinnerungen geschaffen werden… doch daraus wurde aufgrund der Entwicklungen der Pandemie vorerst leider nichts.

Unsere Stammkunden Karen und Rolf waren so freundlich, uns über ihre Erlebnisse während der knapp viermonatigen Kreuzfahrt den folgenden Bericht zu schicken:

Liebes DREAMLINES-Team,

exakt eine Woche nach Rückkehr von der bisher wohl ungewöhnlichsten Kreuzfahrt unseres Lebens möchten wir euch gern noch einmal Feedback geben, denn für uns war es ja bereits die 3. Weltreise mit Costa Crociere und da haben wir somit auch gewisse Vergleichsmöglichkeiten.

Costa ErfahrungsberichtWir fanden bei der Abfahrt in Venedig ein optisch sehr schönes Schiff vor, das offensichtlich gerade von einer Design-Auffrischung in der Werft zurückkam und das uns – wie schon bei der ersten Weltreise 2011/12 sehr gefiel. Wie gewohnt war das Servicepersonal, also überwiegend Philippinos, Indonesier und Inder, in jeder Situation überaus freundlich und zuvorkommend. Unsere Balkonkabine war komfortabel, großzügig und sauber.

Bis zum geplanten Stopp in Sydney wurde die Kreuzfahrt ja nahezu auf der vorgesehenen Route durchgeführt, die wir größtenteils schon kannten.

Costa SchiffIn Anbetracht der weltweit grassierenden Pandemie wurde dann jedoch die Route ab Australien geändert und durch den Indischen Ozean und den Suez-Kanal nach Europa zurückgeführt, was für uns und zahlreiche andere Passagiere eine große Enttäuschung war, denn wir hatten uns gerade wegen der erstmals von Costa auf einer Weltreise angesteuerten asiatischen Häfen (insbesondere Japan) für diese  Reise entschieden. So kamen wir dann auf der Ersatzroute erneut an allen Destinationen vorbei, die wir im vergangenen Jahr bereits mit der Costa Victoria bereist hatten.

Natürlich gab es an Bord – wie immer auf so einer langen Reise – vermeidbare und unvermeidbare Probleme und Unzulänglichkeiten. Uns hat insbesondere gestört, dass es keinen Empfang für deutschsprachige Fernsehsender gab und das, wo wir natürlich überaus an den Corona-Auswirkungen in der Heimat interessiert waren. Angeblich sollte das technisch nicht möglich sein, aber das kann nicht stimmen, denn auf anderen Kreuzfahrten haben wir eigentlich immer zumindest die Deutsche Welle und / oder Euronews sehen können. Der Kapitän meinte auf Nachfrage, es werde wohl ein neuer Receiver kommen aber das geschah bis zum Ende der Reise nicht. Insofern war die zahlenmäßig größte Gruppe deutschsprachiger Passagiere an Bord auf englische Nachrichten z.B. von France24 angewiesen, in deren Mittelpunkt aber natürlich nicht die Lage in Deutschland stand. Erst im Mittelmeer gab es wieder Empfang, aber zunächst überwiegend nur italienische Programme.

Costa Schiff An BordDie Schiffsführung hat aus der ungewöhnlichen Situation das Beste gemacht, die Passagiere waren jedoch häufiger vorab über die sozialen Netzwerke informiert als über die Durchsagen des Kapitäns, die – insbesondere im letzten Teil der Reise – hinter den Erwartungen zurückblieben, sodass sich eine gewisse Unzufriedenheit einstellte und die Passagiere sich zusammenschlossen, um Beschwerdeschreiben zu formulieren, was aus meiner Sicht durch eine offenere Kommunikation durchaus hätte vermieden werden können. So wurde ständig darüber informiert, dass man sich permanent mit allen ausländischen Behörden in Kontakt befände, Ergebnisse dieser Bemühungen wurden jedoch kaum kommuniziert und veranlassten die besorgten Passagiere zwangsläufig zur Eigeninitiative. Der Kontakt nach Hause wurde seitens Costa durch die Freischaltung von WhatsApp für alle Passagiere erleichtert, später wurde auch noch der kostenlose Internet-Zugang angeboten.

Obwohl ja eigentlich durch höhere Gewalt bedingt und durchaus nicht wegen Costas Verschulden, bekamen die Passagiere gegen Ende der Reise aus unserer Sicht ein durchaus akzeptables finanzielles Angebot des Unternehmens, sodass sich unter diesem Aspekt eigentlich keine Kritik an Costa begründen lässt. Kurz danach bildeten sich bei den Buchungsschaltern an Bord schon wieder Warteschlangen. Bereits bei der Weltreise mit der NeoRomantica 2013/14 hatten wir ja wegen technischer Unzulänglichkeiten eine angemessene Entschädigung erhalten. Costa ist offensichtlich bei Problemen an Bord sehr um einen finanziellen Ausgleich bemüht.

Dass es im Zusammenhang mit der Rückführung der Passagiere in ihre Heimatländer zwangsläufig zu Reibungsverlusten und Informationsdefiziten kommen musste, war wohl unvermeidbar und der außergewöhnlichen Situation und besonderen logistischen Herausforderung geschuldet. Sehr begrüßt haben wir natürlich das Angebot, sämtliches Gepäck kostenlos an die Heimatadressen geliefert zu bekommen, sodass wir den Rückflug nur mit minimalem Handgepäck antreten mussten.

Einige Passagiere hielten es unterwegs für erforderlich, ihre heimatlichen Tageszeitungen mit z.T. unzutreffenden Informationen zu versorgen, wir hingegen fühlten uns in keiner Weise „auf dem Kreuzfahrtschiff gefangen“ wie die Schlagzeile einer Schweriner Tageszeitung titelte.

Costa Schiff vor BarbadosFür uns war es gleichwohl eine erholsame Kreuzfahrt, denn wir blieben letztendlich für ca. 40 Tage zwischen Australien und Italien von den nahezu weltweit vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen und Einschränkungen verschont und waren sozusagen auf einer „Insel der Glückseligen“ unterwegs, andere Kreuzfahrer hatten dieses Glück leider nicht und teilweise sogar Corona-Todesfälle an Bord. Für Kapitän Nicolò Alba stand die Sicherheit von Besatzung und Crew – wie er mehrfach betonte – im Mittelpunkt seiner Bemühungen und unter diesem Aspekt haben sich die an Bord anwesenden Mitglieder von Serviceclubs wie Rotary, LIONS und Kiwanis bei ihm persönlich mit einem Schreiben bedankt, das er beim letzten Clubtreffen entgegennehmen durfte.

Nach 3 Weltreisen auf der Südhalbkugel warten wir nun darauf, dass Costa eine Nordreise anbietet mit ausführlichen Stopps in Asien, dann über Wladiwostok nach Alaska und die amerikanische Westküste entlang bis zum Panamakanal und zurück nach Europa, dafür gab es unter den Mitreisenden zahlreiche Interessenten. Wir jedenfalls werden weiterhin gern mit Costa reisen und haben eben den aktuellen Katalog angefordert.

Schleswig, 30.4.2020

Rolf M.