Typisch deutsch, auch an Bord: Bundesbürger im Vergleich mit anderen Kreuzfahrt-Nationen

Wir haben deutsche Seereisende im internationalen Vergleich unter die Lupe genommen: Keine andere Nation bucht früher, ist so durchorganisiert und legt mehr Wert auf Qualität.

Schwarz, rot, Kreuzfahrt: Deutsche bestätigen bei Seereisen viele Klischees. So liebt der Bundesbürger wie kein anderer Planungssicherheit und Kostentransparenz bei Kreuzfahrten. Wie eine Auswertung des internationalen Kreuzfahrtportals DREAMLINES zum Buchungsverhalten ergeben hat, buchen die deutschen Kreuzfahrer ihre Reise mit einem durchschnittlichen Vorlauf von fast fünf Monaten – das ist im Vergleich zu sechs weiteren Nationen mit Abstand am frühesten. Weitere Ergebnisse: Deutsche prüfen Angebote genau und versuchen, den besten Preis zu bekommen – und legen gleichzeitig sehr viel Wert auf Qualität. Zudem sind Rundum-Sorglos Pakete beliebt, bei denen im Vorhinein alles vom Flug bis zu den Landausflügen geplant ist. DREAMLINES hat Charakteristika und bevorzugte Routen seiner deutschen Kunden mit den Vorlieben von Kreuzfahrern aus Brasilien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Russland verglichen.

Planung ist alles

Elderly couple eating breakfast

Deutschlands Kreuzfahrer sind Weltmeister im Frühbuchen.

Die Deutschen gelten international als Planungsgenies. Dieses Klischee wird auch bei der Kreuzfahrtbuchung bestätigt. Denn der Deutsche ist absoluter Spitzenreiter bei der frühzeitigen Planung: Rekordverdächtige fünf Monate vor Abfahrt bringt er im Schnitt seine Kreuzfahrt unter Dach und Fach – gefolgt vom Brasilianer, der mit einer Vorlaufzeit von 121 Tagen mehr als einen Monat später bucht. Vergleichsweise kurzentschlossen präsentieren sich dagegen die italienischen Kreuzfahrer mit nur zweieinhalb Monaten von der Buchung bis zum Reiseantritt.

Hohes Durchschnittsalter: Jüngere Kreuzfahrtgäste aus Russland und Brasilien

Der typische Kreuzfahrtgast aus Deutschland ist gehobenen Alters: Er ist über 50 Jahre alt, im Ruhestand oder kurz davor. Am häufigsten verbringt er den Urlaub auf dem Meer zu zweit mit dem Ehepartner. „Große Unterschiede zeigen sich zu Seereisenden aus Russland oder Brasilien: Diese sind mit einem Altersdurchschnitt von 41 Jahren nicht nur wesentlich jünger, sie unternehmen eine Kreuzfahrt auch häufiger als Familienurlaub mit Kindern“, erklärt Felix Schneider, Gründer von DREAMLINES.

Trotz Preisbewusstsein: Qualität und Planungssicherheit muss sein

Von deutscher Sparsamkeit kann trotz der Vorliebe für transparente Kosten keine Rede sein: Durchschnittlich 173 Euro pro Nacht zahlen deutsche DREAMLINES-Kunden für ihre Kreuzfahrt und zeigen damit, dass sie Qualität zu schätzen wissen. Keine andere der untersuchten Nationen lässt sich die Kreuzfahrt mehr kosten. Russen bilden mit einem Reisepreis von 127 Euro pro Nacht das Schlusslicht.

Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig

Auch wenn deutsche Kreuzfahrer viel Wert auf Qualität legen, zeigen sie bei der Reiseplanung Freude an der Schnäppchenjagd: Im Internet gehen sie auf die Suche nach Frühbucher-Specials, Reisen mit inkludiertem Bord-Guthaben und anderen Zusatzleistungen. „Preis- und Qualitätsbewusstsein schließen sich nicht aus. Deutsche Kreuzfahrer möchten für die hochwertigste Seereise den besten Preis haben“, erläutert Felix Schneider.

Zudem ist auffällig: „Viele Deutsche möchten zusätzliche Ausgaben an Bord, beispielsweise für Landausflüge oder Getränkepakete, vermeiden oder im Voraus einplanen, um die Gesamtkosten für die Reise von Anfang an im Blick zu haben. Die bundesdeutschen Kreuzfahrer sind auch auf hoher See sehr organisiert“, schlussfolgert Felix Schneider.
Ihre perfekt geplante Kreuzfahrt kosten Deutsche dann auch gründlich aus: Mit knapp neun Reisetagen liegen sie nur knapp hinter den niederländischen Kreuzfahrern, deren Reisedauer mit 9,1 Tagen am längsten ist. Das Schlusslicht bilden Franzosen mit acht und Brasilianer mit sechs Tagen, die damit im Schnitt die kürzesten Kreuzfahrten unternehmen.

Viel Landprogramm, um die Reise maximal auszukosten.

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Ein abwechslungsreiches Langprogramm steht bei deutschen Kreuzfahrern besonders hoch im Kurs.

Betrachtet man die liebsten Routen der Deutschen, zeigt sich die klassische Sieben-Tage-Kreuzfahrt im Mittelmeer als Favorit. Der typische deutsche Seefahrer möchte so viel wie möglich sehen und kostet deshalb Landausflüge und Sightseeing-Angebote aus. Umso wichtiger ist für ihn die Wahl einer interessanten Route, auf der er viel erleben kann. Als Kontrast zum anspruchsvollen Landprogramm sehnt sich der Deutsche an Bord nach Entspannung.

Bei den Reedereien stehen die deutschen Marken TUI Cruises und AIDA hoch im Kurs – unter den ausländischen Unternehmen kann insbesondere MSC Cruises punkten.

Der heimische Hafen am beliebtesten

Der beliebteste Abfahrthafen für Hochsee-Kreuzfahrten liegt mit Ausnahme russischer Schiffsreisender bei allen Nationen vor der Haustür: Deutsche legen am liebsten in Kiel ab, gefolgt von Hamburg. Niederländer bevorzugen als Startpunkt der Seereise Rotterdam, Italiener Venedig, Franzosen Marseille und Brasilianer Santos. Russische Kreuzfahrer gehen hingegen am häufigsten in Barcelona an Bord, der erste Hafen im eigenen Land steht mit St. Petersburg erst an neunter Stelle.

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