Coronavirus in China – Kreuzfahrtunternehmen ergreifen Vorsichtsmaßnahmen

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Experten warnen inzwischen vor einer Pandemie. Die WHO hat am Dienstag den neuen Namen für das Virus bekannt gegeben: COVID-19. Mehrere Staaten haben auf die steigende Zahl der Infektionen in China reagiert. Auch Deutschland ist mit derzeit 16 Fällen betroffen. Das Auswärtige Amt hat die Reisehinweise für China aktualisiert.

Die Reisebranche reagiert ebenfalls. Airlines wie die Lufthansa haben Flüge nach China gestrichen. Auch Kreuzfahrtunternehmen erhöhen ihre Vorsichtsmaßnahmen und routen um. AIDA Cruises, Norwegian Cruise Line, Celebrity Cruises, Cunard und P&O haben geplante Anläufe in China abgesagt.

Aktuelle Informationen für Kreuzfahrt-Passagiere

Gesundheit auf Reisen - Kreuzfahrtanbieter reagieren auf das CoronavirusDer internationale Branchenverband Cruise Lines International Association (CLIA) hat ein Statement  zum Coronavirus veröffentlicht. Die CLIA-Mitglieds-Reedereien stehen in engem Kontakt mit Gesundheitsexperten und Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt, einschließlich der Weltgesundheitsorganisation (WHO).  Die Reedereien bewerten und ändern Richtlinien und Verfahren laufend, wenn sich neue Entwicklungen ergeben. Dazu gehören die Änderung von Reiserouten, wo dies angesichts der sich verändernden Umstände erforderlich ist sowie – in Übereinstimmung mit den geltenden Richtlinien der globalen Gesundheitsbehörden – gegebenenfalls Gesundheits-, Reise- und Kontaktüberprüfungen von Gästen und Besatzungen, die kürzlich aus dem betroffenen Gebiet oder durch das betroffene Gebiet gereist sind. Auf Basis von Screening-Protokollen wird von Fall zu Fall entschieden, ob einem Gast oder einem Besatzungsmitglied das Einschiffen verweigert wird.

Die CLIA-Mitglieds-Reedereien haben Reisen von Besatzungsmitgliedern durch das chinesische Festland ausgesetzt. Gäste und Besatzungsmitglieder, die innerhalb der letzten 14 Tage vom oder durch das chinesische Festland angereist sind, einschließlich Hongkong und Macao, werden nicht an Bord gelassen.

Personen, die innerhalb von 14 Tagen vor der Einschiffung engen Kontakt zu Personen hatten, bei denen der Verdacht besteht oder bei denen die Diagnose Coronavirus gestellt wurde, oder die derzeit einer Gesundheitsüberwachung hinsichtlich einer möglichen Exposition gegenüber dem neuartigen Virus unterliegen, dürfen ebenfalls nicht aufs Schiff. Zum Verband CLIA zählen unter anderem auch die Anbieter AIDA Cruises, Costa Crociere, Cunard Lines, Hapag-Lloyd Cruises, MSC Cruises und Norwegian Cruise Line (NCL).

Reedereien ergreifen Vorsichtsmaßnahmen

Auch Costa Crociere und AIDA Cruises haben nach dieser Maßgabe entschieden, die Vorsichtsmaßnahmen an Bord ihrer Flotten weiter zu verschärfen. Ab sofort dürfen keine Gäste, Besucher oder Besatzungsmitglieder jedweder Nationalität, die in den letzten 14 Tagen in China waren, an Bord gehen.

MSC Cruises informierte ebenfalls über weitere Vorsichtsmaßnahmen. Diese sollen Gesundheit und Wohlbefinden aller Gäste und der Besatzung weiterhin gewährleisten. Dazu zählen berührungslose Wärmescans bei allen Gästen und der Crew vor der Einschiffung auf allen Kreuzfahrten der Reederei sowie erhöhte Reinigungsmaßnahmen auf allen MSC-Schiffen. Zudem müssen Gäste aller Nationalitäten vor der Einschiffung einen Fragebogen ausfüllen, um sicherzustellen, dass niemand das Schiff betritt, der in den letzten 30 Tagen das Chinesische Festland besucht hat.

Norwegian Cruise Line lässt ebenfalls vorerst keine Gäste an Bord, die sich in den vergangenen 30 Tagen in Festland-China aufgehalten haben. Zudem gibt es beim Boarding in Hongkong Temperaturscans bei Gästen. Jeder Gast, der an Bord Symptome einer Atemwegserkrankung zeigt, wird in unserem Bordhospital zusätzlich untersucht. Es wurden weiterhin zusätzliche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen an Bord aller Schiffe vorgenommen.

TUI Cruises folgt ebenfalls der aktuellen Empfehlung des Kreuzfahrtverbandes CLIA. Ab sofort wird Gästen, die in den letzten 28 Tagen vor ihrem Reisebeginn nach China, Hongkong und Macao gereist sind oder im Rahmen anderer Reisen chinesische Flughäfen als Transit genutzt haben, die Mitreise verweigert. Neben weiteren Hygienemaßnahmen an Bord, bittet TUI Cruises ab sofort alle Gäste bis auf Weiteres, beim Check-in im Hafenterminal einen Fragebogen zum aktuellen Gesundheitszustand und Reiseverhalten der letzten zwei Wochen auszufüllen und je nach Fall nach Vorgabe der CLIA zu verfahren. Urlaubern auf der Mein Schiff 6, die gerade in Südostasien unterwegs ist, bietet das Unternehmen auf Wunsch Atemschutzmasken an. Anschauliche Informationen bietet auch ein Erklärvideo von TUI Cruises.

Routing der Reedereien

Aktuell verschärfen immer mehr Häfen weltweit ihre Einreisebestimmungen. Dies erfolgt teilweise kurzfristig und führt vereinzelt dazu, dass Kreuzfahrtschiffe unabhängig von Reederei nicht mehr anlegen dürfen. Reedereien können diese behördlichen Auflagen nicht beeinflussen oder umgehen.

TUI Cruises hat aus diesem Grund den Fahrplan der aktuellen Reise der Mein Schiff 4 kurzfristig geändert und den Hafen Gibraltar aus dem Fahrplan genommen. Für die Reise Hongkong mit Vietnam mit der Mein Schiff 6 vom 04. bis 18.03.2020 werden derzeit Fahrplan-Alternativen geprüft.  Die Reise „Asien mit Singapur“ vom 19.02. bis 04.03.2020 findet wie geplant statt.

Aufgrund der Reiseeinschränkungen hat auch AIDACruises die Asiensaison vorzeitig beendet. Noch bis April wäre das Kreuzfahrtunternehmen dort mit zwei Schiffen präsent gewesen. Betroffen sind die AIDAvita und die AIDAbella. Zuvor hatte es bereits Probleme bei geplanten Anläufen der AIDAvita gegeben. Das Kreuzfahrtschiff der Rostocker Reederei durfte nicht in der vietnamesischen Hafenstadt Cai Lan in der Halong Bucht ankern. Passagieren und Crew wurden Landgänge untersagt. Die AIDAvita befindet sich auf einer Reise von den Philippinen und hatte zuvor keine chinesischen Häfen besucht. Nach Angaben der Reederei sind rund 1100 Passagiere und 400 Crewmitglieder an Bord. Es gibt keine Fälle von Coronavirus. „Für AIDA Cruises haben Gesundheit und Wohlbefinden unserer Gäste und Crew jederzeit oberste Priorität“, sagte AIDA-Sprecher Hansjörg Kunze. Die Reederein informiert betroffene Gäste über die Routenänderungen.

Royal Caribbean Cruise Line, MSC Cruises und Costa haben ebenfalls bevorstehende Abfahrten aus China aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus abgesagt. MSC Cruises aktualisiert die Route der Grand Voyage der MSC Bellissima für die 29-Nächte-Grand Voyage von Dubai nach Südostasien. Für die Kreuzfahrt vom 21. März bis 19. April 2020 werden die Anläufe in den Häfen Shenzhen (China), Hongkong und Keelung (Taiwan) gestrichen und durch die Häfen Laem Chabang/Bangkok (Thailand) und Phu My/Ho Chi Minh City (Vietnam) ersetzt. Darüber hinaus ist ein zusätzlicher Tag in Kobe (Japan) vorgesehen. Am 18. April 2020 erreicht die MSC Bellissima dann den Ausschiffungshafen Yokohama.

Weitere Coronavirus-Verdachtsfälle an Bord

Die Lage auf der Diamond Princess verschärft sich unterdessen weiter. Das vor Yokohama liegende Kreuzfahrtschiff steht nach wie vor unter Quarantäne. Laut Princess Cruises sind auch acht Deutsche auf dem Schiff. Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Passagiere ist bereits auf 454 angestiegen. Unter den COVID-19-Infizierten an Bord sind auch zwei deutsche Staatsangehörige. Die USA hat inzwischen Landsleute mit zwei von der US-Regierung gecharterten Flugzeugen ausfliegen lassen. Princess Cruises informiert Angehörige und Öffentlichkeit u.a. hier über den aktuellen Stand. Ein deutscher Passagier berichtet in einem Beitrag für die ARD über die Situation an Bord. Der Verdacht war aufgrund eines 80-jährigen Passagiers aufgekommen, der Ende Januar das Schiff in Hongkong verlassen hatte. Er wurde von den dortigen Behörden positiv auf das Virus getestet. Aufgrund der verlängerten Quarantänezeit sagt die Reederei weitere Reisen der Diamond Princess bis zum 20. April ab.

Unter den in Kambodscha an Land gegangenen Passagieren der Westerdam ist inzwischen doch ein Coronavirus-Fall bestätigt worden. Eine Amerikanerin sei bei ihrer Weiterreise über Malaysia positiv getestet worden. Am Donnerstag hatte das Kreuzfahrtschiff der Holland America Line Kambodscha erreicht und anlegen dürfen, nachdem Häfen in Japan, Taiwan, auf den Philippinen, in Guam und Thailand die Westerdam zuvor nicht anlegen ließen. Erste Gäste konnten das Schiff bereits verlassen und die Heimreise antreten. Experten testen derzeit die rund 2.300 Passagiere und Crewmitglieder an Bord auf das Coronavirus. Nach Angaben der Reederei Holland America Line befanden sich 57 Deutsche an Bord. Das Kreuzfahrtschiff wird mehrere Tage im Hafen bleiben.

Die Lage in Hongkong auf der World Dream hat sich inzwischen entspannt. Inzwischen haben die Gäste und Besatzung die Erlaubnis erhalten, von Bord zu gehen. Ein Verdacht an Bord der Costa Smeralda am 30. Januar hatte sich ebenfalls nicht bestätigt.

Fragen und Antworten zum Coronavirus finden Sie hier im Dreamlines-Blog >>

 

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zum neuartigen Coronavirus finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts.

Aktuelle Einschätzung zur Sicherheit von Reisenden in betroffene Regionen gibt das Auswärtige Amt.

Darüber hinaus finden Sie aktuelle Einschätzungen der Lage auf den Seiten der Weltgesundheitsorganisation.

 

Stand 18.02.2020



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